Donaugebiet, Pannonien, Tetradrachme

Die Kelten, von den Griechen Galater und von den Römern Gallier genannt, waren neben den Germanen das zweite grosse Urvolk im prähistorischen Europa nördlich der Alpen. Geschichtlich fassbar wurden sie erstmals durch einen Zusammenstoss: Im Jahr 387 v. Chr. schlugen sie an der Allia, einem Nebenfluss des Tibers, ein römisches Heer vernichtend. Anschliessend gelang es ihnen, Rom einzunehmen und sieben Monate lang zu besetzen.

Natürlich lebten keltische Stämme bereits vor ihrem fulminanten Eintritt in die abendländische Geschichte in Europa. Archäologischen Befunden zufolge verdrängten oder assimilierten sie im frühen 1. vorchristlichen Jahrtausend in vielen ihrer späteren Siedlungsgebiete andere alteuropäische Kulturen.

In Pannonien, wo diese Münze geschlagen wurde, waren das die Illyrer. Die standen in engem Kontakt mit der makedonischen und später der hellenistischen Welt. So vereinigt diese keltische Tetradrachme keltische, illyrische, makedonische und griechische Elemente.

Als Vorbild dienten die Tetradrachmen des Makedonenkönigs Philipp II., die Zeus auf der Vorder- und einen Reiter auf der Rückseite zeigten. Die spielerische Umsetzung der Motive auf dieser Nachahmung ist typisch für die keltische Kunstauffassung. Die Reste der Münzinschrift hingegen sind griechisch, und der illyrische Einfluss schliesslich ist an der – für keltische Verhältnisse – auffällig naturalistischen Wiedergabe der Motive erkennbar.

Ausgabejahr

ca. 300 v. Chr.

Epoche

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